ungenügendes Deutsch Unternehmer und Kandidaten sind verzweifelt

Sprechen Sie deutsch? Wie die Sprachbarriere das IT-Recruiting erschwert

Immer mehr IT-Talente aus aller Welt bewegen sich auf IT-Job-Plattformen. Doch Deutsch als Barriere erschwert das IT-Recruiting.

Es ist zum Verzweifeln: Arun ist ausgebildeter Informatiker und er hat jahrelange Erfahrung als Softwareengineer. Trotzdem hat er mehr als zwei Jahre lang nach einem Job gesucht, bevor er endlich eine Anstellung als Developer im Digital Plattform Business finden konnte. ungenügendes Deutsch Unternehmer und Kandidaten sind verzweifelt

Deutsch als Barriere zwischen IT-Talenten und KMUArun stammt – man merkt es schon am Namen – nicht aus Österreich, sondern hat seine Ausbildung im Iran absolviert. Und auch wenn sein Sprachniveau in Deutsch auf B2-Level liegt, war die Jobsuche in Österreich für ihn nicht einfach. Deutsch gilt als großes Hindernis im IT-Recruiting. Und das, obwohl IT-Fachkräfte so dringend gesucht werden wie nie zuvor.

Nachfrage nach IT-Experten in Österreich überdurchschnittlich hoch

Die Nachfrage nach digitalen Experten in Österreich höher als im europaweiten Durchschnitt. Drei Viertel der heimischen Betriebe suchen IT-Fachkräfte. Insgesamt fehlen dem Land laut Schätzung der WKÖ rund 10.000 hochqualifizierte Mitarbeiter im digitalen Bereich. Damit entgehen dem Staat jährlich 1,6 Mrd. Euro an Wertschöpfung – ein Betrag, bei dem man ins Grübeln kommen kann.

Gute Deutschkenntnisse gefragt

Dennoch bestehen österreichische Arbeitgeber auch im IT-Recruiting weiterhin auf guten Deutschkenntnissen für ihre ausgeschriebenen Stellen. Jeder vierte IT-Bewerber kommt wegen zu geringer Kenntnisse in Deutsch nicht in die engere Wahl einer Ausschreibung. Obwohl sich Englisch wunderbar als „lingua franca“, also als Verkehrs- und Arbeitssprache, eignen würde, zeigen sich Betriebe hierzulande uneinsichtig.

Mindestens Sprachniveau B1 wird verlangt – damit können viele Kandidaten aus anderen Ländern aber nicht dienen. Dabei zeigt die Erfahrung, dass eine derartige Beschränkung des Kandidatenpools nicht ratsam ist. Mit 130 Tagen liegt die Vakanz-Zeit im IT-Segment deutlich über dem Durchschnitt. Zudem konkurrieren österreichische Betriebe mit internationalen Unternehmen, die keine Probleme mit Fremdsprache haben. Dank der Globalisierung können sich digitale Talente mittlerweile aussuchen, in welchem Land sie einen Job annehmen.

Unternehmen müssen sich etwas einfallen lassen

Noch ist aber nicht alle Hoffnung verloren: Gerade Klein- und Mittelbetriebe sind flexibel genug, neuen Mitarbeitern Sprachkurse oder Sprachbuddies an die Seite zu stellen, die sie durch den schwierigen Anfang geleiten. Andere setzen auf Englisch als gemeinsame Sprache, sobald jemand mit nicht-deutscher Erstsprache anwesend ist. Und wieder andere unterstützen Bewerber bereits beim Spracherwerb im Heimatland, etwa in zertifizierten Deutsch-Instituten (zB Goetheinstitut)

Fazit: Nicht die Sprache ist das größte Hindernis, sondern die eigene Einstellung. Wer top qualifizierte Fachkräfte im IT-Bereich anwerben möchte, muss über seinen (Sprach-)Schatten springen und erkennen, dass sich die hoch mobile Gruppe der digitalen Experten dort niederlässt, wo man ihre Sprache spricht – oder sich zumindest bemüht, sie sprachlich zu integrieren.

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  1. […] und Ausbildungswegen bringen gerade diese Kandidaten neues, innovatives Wissen ins Unternehmen. Sprachbarrieren lassen sich zudem leicht über eine gemeinsame „lingua franca“ lösen – oder man bezahlt […]

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